Sulingen (hb). Im nahezu ausverkauften Stadttheater gastierte auf Einladung des Kulturvereins Sulingen am Donnerstag, dem 4. März, das „Theater für Niedersachsen (TfN)“ mit der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
In seinem 1786 in Wien uraufgeführten Werk, das auf eine Komödie des
französischen Autors Pierre Augustin Caron de Beaumarchais zurückgeht,
erzählt Mozart die Geschichte des jungen Figaros, der es vom Barbier in
Sevilla zum Kammerdiener des Grafen Almaviva gebracht hat. Nun möchte er
seine Verlobte Susanna heiraten, der allerdings auch der Graf eifrig
nachstellt. Erst nach einigen Irrungen und Wirrungen gelingt die Heirat,
und der Graf kehrt reumütig zu seiner Gräfin zurück. In einem einfallsreich gestalteten Bühnenbild zeigten sowohl das
Orchester des TfN unter der Leitung von Kapellmeister Matthias Wegele
als auch die Darsteller eine durchaus ansprechende Leistung, obwohl das
Ensemble für einen Teil der Rollen nur die Zweit- oder Drittbesetzung
aufbot. Besondere Anerkennung verdiente sich hingegen Adrian Brunner als Graf
Almaviva, denn er war kurzfristig für einen erkrankten Darsteller
eingesprungen und hatte nur die Rezitative in deutscher Sprache
einstudieren können, während er seine Gesangsstücke auf Italienisch
vortrug. Zwiespältige Empfindungen bei den Zuschauern löste hingegen die
Inszenierung der Oper aus, bei der sich der renommierte Regisseur Bruno
Berger-Gorski nicht zwischen Tradition und Moderne entscheiden konnte
und mit eigentümlichen Einfällen verstörte. So ließ er die Akteure anfangs in modernen Kostümen agieren und presste
die Figur des Pagen Cherubino in eine schwache
Michael-Jackson-Imitation, gegen Ende jedoch steckten die Darsteller zum
Teil in historisch anmutender Kleidung, obwohl sich zwischen ihnen
Klischees von modernen Sicherheitsleuten tummelten.
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