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Sanierung des Schulzentrums „größter Brocken“

Bruchhausen-Vilsens Bürgermeister Horst Wiesch im Gespräch mit der WOCHENPOST

Bruchhausen-Vilsen (hb). Die herausragenden Ereignisse des Jahres 2011 in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sowie die zu erwartenden Entwicklungen beleuchtet Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch im Gespräch mit der WOCHENPOST.
DIE WOCHENPOST: Herr Wiesch, was waren die herausragenden Ereignisse des vergangenen Jahres für die Samtgemeinde?
Horst Wiesch: Besonders bemerkenswert war, dass wir Ende letzten Jahres vor dem Oberverwaltungsgericht gesiegt haben im Normenkontrollverfahren gegen unseren Flächennutzungsplan Windkraft. Die Anlagenbetreiber, die nach diesem Plan ihre Anlagen nicht erneuern dürfen, hatten dagegen geklagt. Der Sieg ist eine zukunftsweisende Entscheidung und auch eine Belohnung unserer sehr aufwendigen Arbeit zur Erstellung des Plans, die mit viel Aufregung und hitzigen Diskussionen verbunden war.
DIE WOCHENPOST: Was war darüber hinaus noch bedeutend?
Horst Wiesch: Wir haben uns erfolgreich mit 15 anderen Kommunen im Regionalmanagement Mitte Niedersachsen an der Ausschreibung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für das Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) zur „Modellregion Daseinsvorsorge“ beteiligt. Es ist deswegen ein großer Erfolg, weil so Bundesmittel fließen für die Themen medizinische Versorgung, Mobilität und Leerstand von Gebäuden. Wir hoffen, dass wir auf diese dringenden Fragen in den nächsten anderthalb Jahren Antworten erhalten werden. Die MORO-Geschäftsstelle ist in unserem Rathaus in Bruchhausen-Vilsen.
DIE WOCHENPOST: Was war in schulischer Hinsicht hervorzuheben?
Horst Wiesch: Unser Gymnasium hat seinen ersten Abiturjahrgang entlassen, und das mit sehr gutem Erfolg. Das ist ein Zeichen, dass sich das Gymnasium etabliert hat und gute Arbeit leistet. Für unsere Haupt- und Realschule haben wir mit Tatjana Pfau eine neue Schulleiterin bekommen. Sie hat gute Voraussetzungen mitgebracht und bereits gute Ansätze gezeigt; ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit.
DIE WOCHENPOST: Viel diskutiert wurde die Schließung der Geburtsabteilung in Bassum. Wie beurteilen Sie die Situation?
Horst Wiesch: Es ist gut, dass jetzt auf Landkreisebene intensiv über Alternativen zur Geburtsabteilung diskutiert wird. Wir müssen abwarten, was dabei herauskommt, aber ich denke, es liegt zurzeit in guten Händen.
DIE WOCHENPOST: Welche Veranstaltungen bleiben aus dem vergangenen Jahr im Gedächtnis?
Horst Wiesch: Den Heiratsmarkt eröffnete der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, und das ist immer wieder ein Highlight. Wir sind aber bekannt für eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen in allen Gemeinden. Eine besondere Sache war die 800-Jahr-Feier in Süstedt, die mit großem Erfolg gefeiert wurde.
DIE WOCHENPOST: Welche Entwicklungen sind für die Samtgemeinde im neuen Jahr zu erwarten?
Horst Wiesch: Der große neue Verbrauchermarkt mit dem Vollsortimenter Rewe und vier angegliederten Fachmärkten eröffnet in Kürze. Er wird dafür sorgen, dass vermehrt Kaufkraft am Ort verbleibt. Wir als Samtgemeinde werden uns insbesondere weiter mit dem Schulzentrum befassen müssen und den Umbau der alten Sporthalle fortsetzen. Nach der Dachsanierung im Vorjahr müssen nun der Hallenboden und die Installationen erneuert werden. Das ist der größte Brocken, aber auch an den Außenanlagen und dem Busbahnhof wird gearbeitet. Da soll nun eine Entscheidung über das Wie des Umbaus fallen. Zusätzlich sind etliche Baumaßnahmen zur Bauerhaltung in der Samtgemeinde geplant, beispielsweise WC-Anlagen, Fenster oder in der Grundschule Asendorf eine neue Akustikdecke für die Pausenhalle. Die Ganztagsschule Bruchhausen-Vilsen wird zum 1. August kommen, aber hier sind noch intensive Gespräche mit der Schulleitung erforderlich. Bei der Museumseisenbahn, der ersten und größten Deutschlands, werden wir im Laufe des Jahres an einem verstärkten Marketing arbeiten. Die Kosten für den Betrieb sind explodiert, deswegen brauchen wir mehr Einnahmen durch mehr Fahrgäste. Dazu arbeiten wir an einem neuen Internetauftritt, weil wir neben den technischen Informationen auch mehr touristische Informationen bieten wollen. Auch für den Luftkurort Bruchhausen-Vilsen wird es künftig eine eigene Internetseite geben, und wir wollen das Thema Luftkurort verstärkt ausarbeiten. Insgesamt wird das Jahr aber davon geprägt sein, dass wir sparsam sein müssen, weil erkennbar ist, dass die Finanzlage noch angespannter sein wird als bisher schon. Zusätzlich wird auch die Mitarbeit an MORO erhebliche Arbeitskraft kosten.
DIE WOCHENPOST: Auf welche Veranstaltungen dürfen sich die Menschen freuen?
Horst Wiesch: Wie alle zwei Jahre wird es zu Pfingsten im Kurpark wieder „Kunst im Park“ geben, wo sich bildende Künstler aus ganz Norddeutschland mit ihren Werken präsentieren. Neben vielen anderen Veranstaltungen werden wir im April die „Philharmonie NordWest“ zu Gast haben.
DIE WOCHENPOST: Welche Wünsche haben Sie für sich und Ihre Kommune?
Horst Wiesch: Ich wünsche mir, dass wir in der Lage sind, unsere Infrastruktur zu erhalten, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Samtgemeinde positiv und dass sich die Finanzlage besser darstellt als jetzt. Weiterhin wünsche ich mir, dass es weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit allen gibt, dass die Bürgerinnen und Bürger zufrieden sind und dass es allen gut geht.

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